Die Getränke stehen auf der Einkaufsliste, das Buffet ist besprochen und für die Gäste gibt es genügend Gläser. Doch kurz vor der Geburtstagsfeier oder dem Familienfest fällt auf: Im Gefrierfach liegen nur zwei Eiswürfelformen. Wer Eis erst dann einplant, wenn die ersten Getränke eingeschenkt werden, muss improvisieren. Mit ein paar Fragen lässt sich der Bedarf besser einschätzen: Wie viele Menschen kommen, was trinken sie, wie lange wird gefeiert und wo bleibt das Eis bis zum Servieren? Daraus ergeben sich die passende Menge, die Eisform und ein Platz für den Vorrat.

Wie viel Eis braucht eine Feier wirklich?

Eine pauschale Menge pro Gast hilft nur begrenzt. Bei einem Empfang mit Sekt und vorgekühlten Getränken wird weniger Eis im Glas gebraucht als bei einem Cocktailabend. Fragen Sie deshalb zuerst, welche Getränke tatsächlich mit Eis serviert werden sollen. Rechnen Sie nicht alle Gäste gleich: Manche bevorzugen Wasser ohne Eis, andere möchten ihre Limonade oder ihren Drink mehrfach auffüllen. Auch die Dauer der Feier spielt eine Rolle. Wenn nach dem Essen noch lange zusammengesessen wird, reicht ein Vorrat allein für den Empfang möglicherweise nicht aus.

Wichtig ist außerdem, Eis für Getränke und Eis zum Kühlen von Flaschen getrennt zu betrachten. Eine Schüssel mit Getränken auf Eis kann viel von dem Vorrat beanspruchen, der eigentlich für Gläser gedacht war. Stehen Kühlschrank oder Kühlbox zur Verfügung, sollten Flaschen möglichst dort vorgekühlt werden. Das Eis im Glas übernimmt dann nicht die gesamte Kühlaufgabe. Bei einer Feier im Freien kommt hinzu, dass Eis beim Bereitstellen und Nachfüllen schneller antaut als in einer kühlen Küche. Eine Reserve ist hier sinnvoll, ohne dass Sie jede Flasche vorsorglich in Eis einbetten müssen.

Für eine konkrete Schätzung zählen Sie die erwarteten Getränke mit Eis und multiplizieren diese Zahl mit den Würfeln pro Glas. Wiegen Sie anschließend einige Ihrer Würfel, um ein durchschnittliches Gewicht zu ermitteln: Getränke mit Eis × Würfel pro Getränk × Gramm pro Würfel ÷ 1.000 = Kilogramm Eis für Gläser. Ein Rechenbeispiel: Bei 20 Gästen, jeweils zwei Getränken mit Eis, drei Würfeln pro Glas und 25 Gramm pro Würfel ergeben sich 3 Kilogramm. Wenn Sie zusätzlich 0,5 Kilogramm als Puffer einplanen, stehen 3,5 Kilogramm für Gläser auf der Einkaufsliste. Eis für eine Getränkewanne kommt gesondert hinzu; dessen Menge können Sie vorab mit den vorgesehenen Flaschen und dem Behälter ausprobieren.

Welche Eisform passt zu welchem Getränk?

Für Wasser, Schorlen und viele Softdrinks sind gewöhnliche Eiswürfel eine unkomplizierte Wahl. Sie lassen sich in unterschiedliche Gläser geben und passen zu einer Feier, bei der viele Getränke parallel ausgeschenkt werden. Für Cocktails oder pur servierte Spirituosen können größere Würfel oder runde Eiskugeln sinnvoll sein: In einem passenden Glas bleibt mehr Platz für das Getränk, und große Eisstücke schmelzen bei vergleichbarer Eismenge tendenziell langsamer als viele kleine. Entscheidend ist weniger ein besonders ausgefallenes Format als die Frage, ob es zum geplanten Getränk und zu den vorhandenen Gläsern passt.

Wer für einzelne Drinks Klareis bevorzugt, kann frische Eiswürfel aus München beziehen. Das Tremml Ice Team bietet neben klassischen Würfeln unter anderem Cocktail-Eiswürfel, runde Eiskugeln und Crushed Ice an. Auch bei ihnen gilt allerdings: Jedes Eis schmilzt irgendwann und verdünnt dabei das Getränk.

Crushed Ice erfüllt einen anderen Zweck. Die kleinen Eisstücke lassen sich gut in Getränke geben, bei denen diese Konsistenz gewünscht ist, tauen wegen ihrer großen Oberfläche aber schneller an. Planen Sie dafür lieber eine eigene Portion ein, statt den gesamten Vorrat vorab zu zerkleinern. Prüfen Sie bei besonderen Eisformen außerdem vor der Bestellung, ob sie durch die Öffnung Ihrer Gläser passen.

Eis rechtzeitig besorgen – selbst machen oder bestellen?

Für eine kleine Runde kann selbst gemachtes Eis vollkommen ausreichen. Voraussetzung ist, dass das Gefrierfach Platz bietet und Sie genügend Zeit für mehrere Durchgänge mit den Eiswürfelformen haben. Denken Sie dabei auch an die Behälter für fertige Würfel: Bleibt das Eis bis zur Feier in den Formen, können diese nicht erneut befüllt werden. Wer den Platz im Gefrierfach erst beim Einräumen des Buffets prüft, entdeckt womöglich zu spät, dass Lebensmittel und Eis nicht gleichzeitig hineinpassen.

Bei einer größeren Feier lohnt sich ein Vergleich zwischen eigener Herstellung und Bestellung. Für Ihre Entscheidung zählen neben der benötigten Menge vor allem die Lagermöglichkeiten am Veranstaltungsort. Geliefertes Eis ist nur dann praktisch, wenn es nach der Ankunft ausreichend Platz im Gefrierfach oder eine geeignete Kühllösung für den Zeitraum bis zum Einsatz gibt.

Überlegen Sie auch, wie das Eis zur Feier gelangt. Liegt der Veranstaltungsort nicht bei Ihnen zu Hause, gehören Transportbehälter und die Übergabe vor Ort zur Planung. Wer Eis selbst mitbringt, sollte es möglichst spät aus dem Gefrierfach nehmen und auf direktem Weg transportieren. Bei einer Bestellung ist es hilfreich, den Zeitpunkt so abzustimmen, dass jemand das Eis entgegennehmen und sofort unterbringen kann. Die Beschaffung endet schließlich nicht an der Haustür, sondern erst mit einem gut gelagerten Vorrat.

Eis bis zum Servieren richtig lagern

Eis für Getränke sollte nicht offen neben stark riechenden Lebensmitteln im Gefrierfach liegen. Saubere, gut schließende Behälter schützen die Würfel vor Fremdgerüchen und Verunreinigungen. Auch Gefrierbeutel können für einen begrenzten Vorrat praktisch sein, wenn sie geeignet und sorgfältig verschlossen sind. Legen Sie das Eis so ab, dass es nicht durch häufiges Suchen oder Umräumen unnötig erwärmt wird. Ist genügend Platz vorhanden, ist ein eigener Bereich oder ein separates Gefrierfach besonders übersichtlich.

Reinigen Sie Behälter und Eiswürfelformen vor dem Befüllen und verwenden Sie vorhandenes älteres Eis zuerst. Das ist vor allem dann hilfreich, wenn Sie für die Feier über mehrere Tage hinweg Eis herstellen: Beschriftete Behälter machen die Reihenfolge leicht erkennbar. Stellen Sie neu gefüllte Formen außerdem möglichst eben ab, damit nichts ausläuft oder mit anderen Lebensmitteln in Kontakt kommt. Wer das Gefrierfach der Feierlocation nutzt, sollte dessen verfügbaren Platz vorab prüfen, statt am Veranstaltungstag auf eine freie Schublade zu hoffen.

Zum Servieren entnehmen Sie jeweils nur eine kleinere Menge und lassen den Rest geschlossen im Gefrierfach. Ein Behälter auf dem Tisch kann für die nächste Runde Getränke bereitstehen; der gesamte Vorrat sollte dort jedoch nicht warten. Trennen Sie nach Möglichkeit das Eis, das direkt in Gläser kommt, von Eis aus einer Kühlwanne für Flaschen. So bleibt klar, welche Würfel für Getränke vorgesehen sind und welche bereits mit Flaschen, Verpackungen oder Händen in Berührung gekommen sein könnten.

Am Veranstaltungstag den Überblick behalten

Ein kurzer Plan für den Ablauf hilft mehr als ein großer Eisbehälter, der schon vor Ankunft der Gäste auf dem Tisch steht. Legen Sie vor Beginn fest, wo der Hauptvorrat liegt und wer bei Bedarf nachfüllt. Stehen verschiedene Eisformen bereit, können Sie diese getrennt aufbewahren und erst beim Einschenken auswählen. So wird Crushed Ice nicht versehentlich für die Getränkewanne verwendet, während für die vorgesehenen Drinks nichts mehr übrig ist.

Für den Festtag reichen wenige Handgriffe:

  • Vor dem Eintreffen der Gäste: Gläser, Zange oder Schaufel und einen sauberen Behälter bereitlegen; Getränke nach Möglichkeit vorkühlen.

  • Beim Ausschenken: Nur die Portion Eis entnehmen, die für die nächsten Getränke benötigt wird, und den übrigen Vorrat gefroren lagern.

  • Beim Nachfüllen: Eis für Gläser getrennt vom Eis zum Kühlen von Flaschen halten und sauberes Besteck statt der Hände verwenden.

  • Nach der Feier: Sauber und durchgehend gefroren gelagertes Eis für eine spätere Gelegenheit aufbewahren; angetautes oder verunreinigtes Eis nicht erneut einfrieren.

Damit Eis nicht zur Aufgabe wird, die während der Feier ständig Aufmerksamkeit verlangt, sollten Behälter und Nachfüllweg für alle Helfenden verständlich sein. Bei einer größeren Runde kann eine Person gelegentlich prüfen, ob am Ausschank noch genug Eis liegt, während der Hauptvorrat unberührt bleibt. Wird weniger gebraucht als gedacht, ist das kein Problem: Ein sauber gelagerter Puffer ist angenehmer als die Suche nach Eis mitten im Fest. Wer Getränkekarte, Gästezahl und Lagerplatz vorab zusammendenkt, kann die Getränke entspannt servieren und sich anschließend den Gästen widmen.